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<title>Lost in Deutschland</title>
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    <title>Lost in Deutschland</title>
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<description>Ein Brite in Germanistan</description>
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<dc:creator>post@blinkenlichten.com</dc:creator>
<dc:rights>Copyright 2009</dc:rights>
<dc:date>2009-12-31T08:00:17+00:00</dc:date>
    
    

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      <title>Lost in Deutschland 72: Über Fernsehtürme und sonstiges</title>
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      <description>„Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“, heißt es auf Schlager&#45;Deutsch und – obwohl ich sehr gerne dieser Volksmusikgattung noch ein Video dieser Reihe gewidmet hätte – es stimmt ebenfalls für unseres Bewegtbildblog über interessante deutsche Eigenarten. Es hat ein Ende.

Trotz einiger solchen unbehelligten, für den Briten rätselhaften Themenbereiche (TÜV und DIN, zum Beispiel, sowie mangelnde Tempolimits und Wehr&#45;/Zivildienst) bin ich im Laufe der letzten zwei Jahre zu einigen Erkenntnissen gelangt. Schon oft bei der Recherche wurde klar, dass nicht nur ich als Zugezogener, sondern auch die Deutschen über das jeweilige Thema nicht Bescheid wussten. Und die Ergebnisse überraschten nicht nur mich.

Zum Beispiel beim Thema Essen. Nicht jeder Deutsche weiß, was eine Bergische Kaffeetafel ist. Vielen war auch nicht klar, wie sehr das deutsche Brot sich von den Backerzeugnissen anderer Länder abhebt. Dass der Spargel fast nur in Deutschland weiß ist, erfuhren auch einige Gesprächspartner zum ersten Mal.

Die Deutschen gerieten in der Regel auch dann sehr schnell in Erklärungsnot, wenn es um die ÖPNV ging. Den Unterschied zwischen Straßenbahnen, sogenannte Stadtbahnen und U&#45;Bahnen dachten viele erklären zu können. Doch spätestens nach meiner Frage, warum die U&#45;Bahn oft eher oberirdisch fährt und die Straßenbahn gerne mal runtertaucht, wurden die meisten Stumm. Ähnlich erging es mir und den Deutschen bei der Frage, wann und wie man eine Fahrkarte zu lösen hat.

Dennoch waren einige Sachen schnell aufgeklärt – und da wussten schon fast alle Deutschen Bescheid. Nur ich musste etwa nachlernen, dass man/Mann in Deutschland im Sitzen pinkelt, dass „Pinkel“ auch eine leckere Grünkohleinlage sein kann und dass man in Kneipen nicht immer im richtigen Klo pinkelt, wenn man sich über die rätselhafte Beschilderung nicht im Klaren ist. Dass ein Klarer oft nach dem Essen getrunken wird, wurde mir erst bei der Recherche zum Thema Schinken klar. Unklar blieb es mir bis in die Recherche&#45;Phase auch, dass ein Klarer und ein Bier zusammen ein Herrengedeck ausmachen.

Da fand ich bei den meisten Deutschen aber schon schnell Aufklärung. Nur oben im Nebel, oft von den Regenwolken verdeckt, hockt das eine große Mysterium in diesem Lande, über das sich jetzt mittlerweile auch Deutsche in meinem Bekanntenkreis ausfragen: Der Fernsehturm. In jeder Stadt präsent, oft sehr groß und teuer gebaut, und für die Fernsehübertragung schon in den 80ern nicht mehr zeitgemäß. Ein typisch deutsch&#45;föderalistisch&#45;kleinstattliches Sich&#45;gegenseitig&#45;Austricksen unter Großstädten? Notplattformen für den Fall aller Fälle beim Klimawandel, wenn die norddeutsche Tiefebene unter Wasser liegt? Oder Geheimraketensilos für eine deutsche Abschreckungswaffe des kalten Krieges, die aus politischen Gründen nur getarnt eigesetzt werden konnte?

Wie auch immer: Fernsehtürme sind wie Würste. Jede deutsche Stadt hat eine, die als Wahrzeichen herhält. Die Dinger fallen Ausländern auf, gehören aber für Deutsche zum Alltag. Darüber hinaus weiß keiner so wirklich, was drin ist. Und: Die Diskussion um Fernsehtürme, wie die Wurst, gehört zu den wenigen Sachen, die kein Ende findet.

Und von wegen kein Ende: Für weitere Themen wie TÜV, DIN und Schlager – nicht unbedingt als Video aufbereitet – wird es immer nach wie vor Lost in Deutschland in Textform geben.

Musik:&amp;nbsp; Cyril Pereira &#45; blacksheep desert, Cyril Pereira &#45; Indecision, Realaze &#45; Marcher dans la rue, Antony Raijekov &#45; Lightin&#8217;, Alexander Blu, Alexander Blu &#45; Teacher, subatomicglue &#45; theme1, Matthew Tyas &#45; Folkloric Stuff, Vulsor &#45; Youkou Yeah Yeah!, Matthew Tyas &#45; Easy Way Out, and Xcyril &#45; Suspence dans un film d&#8217;action</description>
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      <dc:date>2009-12-31T08:00:17+00:00</dc:date>
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      <title>Lost in Deutschland 71: Weihnachtsbräuche</title>
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      <description>Schnee, Glühwein, Weihnachtslieder! Holzspielzeug, Dominosteine, Kerzen! Wahrlich handelt es sich in dieser Saison um: Deutschland, ein Wintermärchen! 

Nun meinte das Heine eher ironisch mit dem „Wintermärchen“, aber daran störe ich mich in der Formulierung nicht. Denn kein Land macht so viel aus Weihnachten wie Deutschland. Kaum ein Viertel, kaum ein Dorf ohne Weihnachtsmarkt, wo Glühwein und Grog ausgeschenkt, Schmalzgebäck und Schokolade verspeist werden. Sanftes Licht und Weihnachtsbäume, lachende Kinder und lauter lachende Glühweintrinker. Alles ein Weihnachtsmusterbild, wie das britische Kind das höchstens mal aus irgendwelchem Märchenbuch mit gehobenem Qualitätsanspruch kennt.

Doch Schönheit ist rätselhaft, zumal ich eben so ein britisches Kind war und das mit dem gemütlichen deutschen Weihnachtsfest erst jetzt nachhole: Also weiß ich noch nicht, worum es sich beim Wörtchen „Plätzchen“ handelt. 

Und da Düsseldorf das mit der Verniedlichungsform echt drauf hat (Füchschen Alt, die Engelchen Bar, das Friedensplätzchen), bin ich mal eben dorthin gefahren, um den kleinen Plätzen auf den Grund zu gehen. 

Musik:  Matthew Tyas &#45; David&#8217;s day out and t r y a d &#45; Lovely</description>
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      <dc:date>2009-12-24T08:00:46+00:00</dc:date>
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      <title>Lost in Deutschland 70: Reeperbahn</title>
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      <description>„In Hamburg sagt man Tschüss, es heißt auf Wiedersehen…“

„Auf der Reeperbahn nachts um halb eins…“

„Hamburch meine Perle, du wunnerschönne Stadd…“

Wer kennt die nicht, diese Klassiker des deutschen Liedguts der Nachkriegszeit?&amp;nbsp; Und wer kennt sie nicht, die Flüsse Elbe und Alster, den Hafen, die Elbfähren? Und gibt es auch eine Fußballmannschaft, die sich nicht freut, gegen St. Pauli aufzutreten &#45; mit anschließendem Spaß auf der Reeperbahn?

Ja, Hamburg ist in Deutschland eine große Nummer, gemessen an Übernachtungen das beliebteste binnendeutsche Reiseziel der gesamten Bundesrepublik. Vor Berlin, vor München, vor vielen Städten, die sich im Ausland eines viel höheren Profils erfreuen.

Das Gros der viel weniger zahlreichen ausländischen Touristen in Hamburg kommt allein wegen der Reeperbahn – bzw. das tun die britischen Touristen. Sie kennen nicht das Werk von Hans Albers, laufen über seinen Platz gleich in die Herbertstraße rüber. Dabei haben die Reeperbahn und das umliegende Viertel St. Pauli eine sehr interessante Geschichte und einen wichtigen Stellenwert in der deutschen Volkskultur.

Musik:&amp;nbsp; Matthew Tyas &#45; David&#8217;s day out</description>
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      <dc:date>2009-12-17T14:21:15+00:00</dc:date>
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      <title>Lost in Deutschland 69: Gebärdensprache</title>
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      <description>Wann immer ich von Menschen, die der Gebärdensprache mächtig sind, etwas darüber erzählt bekomme, muss ich lachen. Hier so einige Beispiele, die die Verspieltheit und den Reichtum der Gehörlosensprache verdeutlichen:

1.	In der britischen sowie in der deutschen Gebärdensprache ist die Gebärde für „deutsch“ eine nachgemachte Pickelhaube. Wer behauptet, die Deutschen würden sich zu ernst nehmen, sollte sich erst mal mit gehörlosen Deutschen zusammentun.

2.	Namen müssen in der Gebärdensprache schnell auf den Punkt gebracht werden. Deswegen heißt Merkel soviel wie „Miesmund“ (oder, weniger konnotiert, „merken“) und Westerwelle „Aknehaut“. Oskar Lafontaine heißt: „Der Typ mit der Nase“.

3.	In der deutschen Gebärdensprache gibt es eine auffällige Ähnlichkeit zwischen den Gebärden für „schüchtern“ und „englisch“.

Letzteres ist wohl nur Zufall: deutsche Gehörlose hören schreiende, rumpöbelnde englische Fußballfans zwar nicht, aber besonders schüchtern aussehen tun sie auch nicht. Die Gebärdensprache hat auf jeden Fall ein Gespür für Ironie und eine beachtliche Kreativität.

Somit ist sie bestens gerüstet, um den Gehörlosen Aktualität zu vermitteln. Nur sieht das das deutsche Fernsehen nicht so. Während in Großbritannien fast alles bei der BBC mit Verdolmetschung zu sehen ist, ist Deutschland hier rückständig. Woran kann das liegen?

Musik:&amp;nbsp; #NarNaoud# &#45; Break &#8216;n&#8217; Fever</description>
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      <dc:date>2009-12-10T08:45:45+00:00</dc:date>
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      <title>Lost in Deutschland 68: Milliarde</title>
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      <description>Mathe war für mich immer traumatisch. Während sich mir andere Schulfächer schnell erschlossen, ohne dass ich mich wirklich anstrengen musste, blieb ich in Mathe kurz nach dem Rechnen hängen. Schon bei quadratischen Gleichungen konnte ich nur fragen: „Warum“? Aber lösen konnte ich die Dinger nie. 

Deswegen bekam ich lange Zeit bei meiner Tätigkeit als Übersetzer noch Schweißausbrüche, wann immer sich das Thema Richtung Mathematik wandte. Geschäftsberichte zum Beispiel waren das nackte Grauen: Und die mache ich auch nicht mehr.

Im Nachhinein betrachtet ging es eigentlich nicht darum, dass meine mathematischen Kenntnisse nicht ausreichten. Es war in Wirklichkeit eher so, dass meine Kenntnisse zu gut waren. Denn während andere Übersetzer oft nicht merken, dass „1,2“ auf Deutsch mit „1.2“ auf Englisch wiederzugeben ist, achtete ich immer sehr darauf. Was aber dazu führte, dass ich ganze Excel&#45;Dateien durchforsten musste und Kommas gegen Punkte austauschen musste. Deswegen wohl die Schweißausbrüche, denn spätestens ab der 50. Wiederholung ist man schon fix und fertig.

Meine geringen mathematischen Kenntnisse kommen mir aber immer noch bei anderen Texten zugute, die ich übersetze oder schreibe. Denn ich habe gelernt, dass eine englische „billion“ keiner deutschen „Billion“ entspricht. Nur muss ich immer noch Kommas und Punkte auswechseln, denn „1.000.000“ auf Deutsch schreibt sich „1,000,000“ auf Englisch. Aber egal: Ein paar Mal in einem Fließtext ist das noch zu verkraften. Übrigens würde es mich interessieren, warum die deutschen und englischen Rechensysteme ab 1000000 so voneinander abweichen.

Musik:&amp;nbsp; #NarNaoud# &#45; Oriental Standing</description>
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      <dc:date>2009-12-03T08:09:55+00:00</dc:date>
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      <title>Lost in Deutschland 67: Kneipen&#45;Klo&#45;Schilder</title>
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      <description>Es gibt sie hin und wieder, diese Themen, bei denen ich mir erst mal nicht sicher bin, ob das wirklich so ist und zu einer Berichterstattung über kulturelle Unterschiede taugt. Oder ob ich einfach subjektiv was empfinde, was aber in der Wirklichkeit nicht so ist.

Beispiel: Klobeschilderung in deutschen Kneipen. Die ist meiner Ansicht nach oft eher bedürftig. Mal ist sie unlesbar, mal sind die Symbole nicht sofort begreifbar, mal ist sie einfach abwesend und man muss wirklich aufpassen, dass man sich nicht plötzlich  auf dem falschen Klo befindet – und damit riskiert, durch irgendwelche Security&#45;Leute aus dem Laden rausgeworfen zu werden.

Dabei habe ich mich doch immer wieder gefragt: Kann es sein, dass es in England auch so ist und du das da nie bemerkt hast? Oder kann es sein, dass du hier öfter ausgehst bzw. in einer andere Sorte von Läden unterwegs bist, als damals in London?

Dann war ich neuerdings wieder in London, war auch viel unterwegs bei vielen verschiedenen Adressen und sah überall immer „Ladies“ and „Gents“ geschrieben. Deutschland ist da anders. Fertig. Da fahren wir in ein Kneipenviertel und gucken uns das mal an…

Musik:&amp;nbsp; EHMA &#45; Pizzicato und Realaze &#45; Marcher dans la rue</description>
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      <dc:date>2009-11-27T13:32:24+00:00</dc:date>
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      <title>Lost in Deutschland 66: Bundeskegelbahn</title>
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      <description>Damals an der Uni hatten wir Germanisten eine Vielfalt an Kursen. Es gab viel Literatur, viel Kultur und – vor allem im ersten Jahrgang – viel Grammatik. Dann gab es auch ein Seminar, das so in Richtung „Landeskunde“ ging: Da hat unsere Deutschlektorin versucht, uns die Politik in Deutschland zu erklären.

Es gab viel zu lernen. So viel, dass jeder einzelner in der Gruppe sich sozusagen zur Orientierung an eine bestimmte Information festgeklammert und nicht mehr losgelassen hat. Andy verinnerlichte die Zahl „16“ und versuchte in dem Sommer alle Bundesländer in einer großen Deutschlandtour abzuklappern (an Bremen ist er gescheitert). Eins von den Mädels konnte auf alles nur mit „wäre wohl ein Fall für Karlsruhe“ antworten.

Ich hielt mich am Wort „Bund&#45;“ fest.&amp;nbsp; Wenn immer eine Frage im Seminar mit „Bundesgeld“, „Mehrheit im Bundestag“ oder „Richtlinienkompetenz des Bundes“ zu beantworten war, schoss meine Hand schnurstracks hoch.

Erst Jahre später allerdings, als ich dann in der Tat schon in Deutschland wohnte und mein Bedürfnis nach dem Wort „Bund“ als Orientierungspunkt etwas abgeebbt war, merkte ich, dass ich in einigen Kneipen eine „Bundeskegelbahn“ besichtigen konnte. Eine was? Da entflammte mein Interesse erneut…

Musik:&amp;nbsp; likantropika &#45; UFO clockwork and Cyril Pereira &#45; blacksheep desert</description>
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      <dc:date>2009-11-19T08:40:24+00:00</dc:date>
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      <title>Lost in Deutschland 65: Sonnenbank</title>
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      <description>In Großbritannien ist die Sonnenbank so etwas wie ein „Unterschichtsphänomen“. Im bescheidenen Viertel, wo ich aufgewachsen bin, sind einige regelmäßig hingegangen. Die Logik war dieselbe, wie die, die hinter den großen Fernsehern und Stereoanlagen steckten: Bloß nicht arm aussehen.

An der Uni war es das genaue Gegenteil. Unter den Röhren waren nur die Reichsten der Reichen: Der Druck, ständig so auszusehen, als ob man letztes Wochenende mal eben nach St. Tropez geflogen wäre, war groß.

Generalisiert unter der breiten Bevölkerung hatte sich das Phänomen aber nicht. Im Gegensatz zu Deutschland: Hier kenne ich viele Menschen, die zur so genannten „Mittelschicht“ gehören, die aber regelmäßig ins Sonnenstudio gehen. Menschen, die einen Beruf gelernt oder ein Fach studiert haben. Menschen, die nicht den Druck spüren, einen Riesenflachbildschirmfernseher zu kaufen, die aber ständig braun bzw (Kürbis&#45;)orange aussehen müssen.

Wo kommt das her? Der Deutsche ist allen Klischees – und meinen Erfahrungen – zufolge sonst oft weniger beschäftigt mit Äußerlichkeiten als Menschen anderer Kulturen.

Musik: Gerador Zero &#45; #!/bin/bash</description>
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      <dc:date>2009-11-12T08:34:47+00:00</dc:date>
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      <title>Lost in Deutschland 64: Mauerfall</title>
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      <description>Als in Deutschland wohnender Journalist britischer Herkunft muss man wohl den Mauerfall – dieses für Deutschland und auch für Großbritannien so wichtige Ereignis – „machen“. Das war mir schon am Anfang des Jubiläumjahres klar. Nur war die Frage, wie?

Ich bin es nämlich gewohnt, meine Deutschland&#45;Berichterstattung mit mehr als nur der einen oder anderen Prise Humor zu gestalten. Jede Woche strenge ich mich an, eine überspitzte, pietätlose, oft grenzwertige Theorie aufzubauen, an der wir unsere kompletten informationellen Inhalte aufhängen. Der Ton ist also gründlich satirisch, distant.

Doch fand ich die übliche Herangehensweise hier fehl am Platz. Was auch immer ich mir als skurrile Theorie ausgedacht habe, passte einfach nicht. Denn das Thema, das wir hier angehen, ist keine nette deutsche kulinarische Tradition wie Grünkohl, kein lustiger kultureller Unterschied wie Im&#45;Sitzen&#45;Pinkeln für Männer: Hier geht es um das Schicksal von 80 Millionen Menschen, um Freiheit und Demokratie.

Musik: Xcyril &#45; L&#8217;action</description>
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      <dc:date>2009-11-05T09:12:08+00:00</dc:date>
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      <title>Lost in Deutschland 63: Kürbis</title>
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      <description>Was denken Sie, welches rundes, fleischiges und vorwiegend orangefarbiges Gemüse für mich stets als Sinnbild von Deutschland herhalten wird?

Nein, nicht Helmut Kohl circa 1987, frisch aus dem Urlaub zurück und mit viel Fernsehmakeup; vielmehr handelt es sich um den Kürbis.

Der Kürbis, fragen Sie mich, ist das nicht eher amerikanisch?

Jein. Das mit Schnitzen ist eindeutig amerikanisch, ja – in Deutschland hat man das ohnehin früher mit Rüben, nicht mit Kürbissen gemacht. Aber das mit Kürbissuppe, mit Kürbis süß&#45;sauer eingelegt, mit kleinen Zierkürbissen auf Tischen, in Fensterbänken und vor Türen bundesweit: Das ist eindeutig deutsch.

Vor allem an Kürbissen in Schaufenstern lässt sich eine deutsche Einkaufsmeile aus dem europäischen Shopping&#45;Städte&#45;Brei herauserkennen: Denn das mit Schaufensterdeko ist ja sowieso eine sehr deutsche Angelegenheit. Die Minikürbisse, die sich in dieser Jahreszeit überall breitmachen, stellen einfach dessen logischen Weiterdreh da.

Musik:&amp;nbsp; Yue &#45; The Tube and Cyril Pereira &#45; blacksheep desert</description>
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      <dc:date>2009-10-29T08:59:39+00:00</dc:date>
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