55: Kurort
In Großbritannien gibt es zwei Sorten Wasser: einmal Süßwasser und einmal Salzwasser. In Deutschland gibt es daneben noch Sprudelwasser, Quellwasser, Mineralwasser, Solewasser… unzählige Wasserquellen, deren Gewässern oft eine heilende Wirkung nachgesagt wird.
Nicht nur nachgesagt, sondern anscheinend medizinisch nachgewiesen. Denn die Krankenkassen zahlen ihren Mitgliedern gerne einen Aufenthalt zwecks Genesung in den zahlreichen deutschen Badeorten. Das ist für den Engländer völlig fremd: wir haben keine Kurorte, nur „Health farms“, wo höchstens verwöhnte Privat-Patienten hindürfen. Sonst sind das nur Gesundheitstouristen, die sich einen „Wellness-Urlaub“ gönnen wollen (wobei an dieser Stelle beiläufig erwähnt werden sollte, dass „Wellness“ nur ein deutsches und kein englisches Wort ist. Nur so am Rande…).
Nun könnte ein zynischer Engländer meinen, die Gewässer hätten höchstens ein Schein- oder Wohlfühleffekt, und dass die zahlreichen deutschen Badeorte die Krankenkassen bestochen hätten, damit sie eine „Kur“ als Behandlung weiterhin erstatten. Denn so bekommen sie im Jahr Millionen Zwangsbesucher, die alle in der Stadt Geld ausgeben müssen. Kurpatienten, im Gegensatz zu einfachen Wellness-Urlaubern, dürfen über Wochen den Badeort nicht verlassen.
Nur anhand solcher wirtschaftlicher Vorteile kann ich mir erklären, warum Städte wie Hamm in Westfalen ihrem verlorenen Bad-Prädikat nachweinen. Und warum ICs der Deutschen Bahn in Kleinstädten wie Bad Oeynhausen halten.
Musik: Raphael Badawi - Concerto en Mib Majeur, Matthew Tyas - Easy Way Out
3.09.2009 | Link/Einbetten | Kommentare [1] | Versenden | Social Bookmark:
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Kommentare:
Interview hot German chicks.
Kommentar von Ben Rothlesburger, geschrieben am 7.9.2009.







