57: Teller leer essen

Ich kann mich sehr gut daran erinnern, wo ich den Spruch zum ersten Mal gehört habe. Das war 2006 in der Kantine vom Verlag Gruner & Jahr in Hamburg. Wie immer regnete es draußen und wir standen vor der Essensausgabe mit ordentlich Kohldampf.

Die Kantine war wirklich super. Man konnte sich so einen Salatteller holen und den voll packen mit leckeren Sachen: allein der reichte mir meist aus, vor allem dann, wenn ich abends noch kochen wollte. Dann gab es aber auch immer Tagesgerichte: Königsberger Klopse haben sie zum Beispiel immer sehr gut gemacht.

Als ich mich dann einmal gegen meine Gewohnheit und für die Klopse entschieden habe, sagte mir eine Kollegin, ich müsste doch wohl sehr zuversichtlich sein, das alles aufessen zu können: Sonst würde es schlechtes Wetter geben.

Ich schaute mir durch die Glasdecke den mittlerweile in Strömen fallenden Regen an und fragte mich, was es verdammt nochmal überhaupt ausmachen könnte, wenn ich meinen Teller leer essen würde oder nicht.

Musik:  Vulsor - Pov Diables, Matthew Tyas - Regretted times

17.09.2009 | Link/Einbetten | Kommentare [4] | Versenden | Social Bookmark:

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Kommentare:

Guten Morgen Brian,
erst einmal, es war diesmal schwer dich zu finden und ging bisher einfacher, weil Lost in Deuschland schon auf ser Hauptseite angezeigt wurde....
so zum "Teller leer essen".....wie ist es denn UK. würde mich interessieren...
aus meiner Kindheit habe ich in Erinnerung dass meine Mutter es auch sagte und denke dass man damals gerne oder überhaupt ´draußen spielte, was natürlich auch bei schlechtem Wetter nicht möglich war, hinzu kommt dass nach dem Krieg alles Essen optimal verwertet werden mußte, da die Beschaffung äußerst auwendig war.....heute in der sogenannten Überflußgesellschaft spielt letzteres keine Rolle mehr und bei Regenwetter sitzen die meisten Kids vor dem Rechner.....
freundlich Grüße klaus h

Kommentar von Klaus h, geschrieben am 17.9.2009.

Morgen Klaus!

Im UK hieß es immer von meiner Mutter entweder, es würde kein Dessert nachher geben oder - viel fieser - "es gibt bestimmt so einen indischen Jungen, der sich freuen würde, so ein essen zu kriegen." Recht hatte sie, auch wenn ich damals mein Gemüse meistens habe stehen lassen.

Tja, wir leben eben in einer Überflussgesellschaft.

Kommentar von Brian Melican, geschrieben am 17.9.2009.

Hey Brain

Habe Deinen Podcast heute durch Zufall gefunden und bin erstaunt: Soviel Qualität und Sprachwitz (und das von einem Briten! smile Well done!

Freue mich auf die nächsten Folgen.

Matthias

Kommentar von Matthias Rohs, geschrieben am 8.10.2009.

Danke Matthias!

Kommentar von Brian Melican, geschrieben am 9.10.2009.

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