64: Mauerfall
Als in Deutschland wohnender Journalist britischer Herkunft muss man wohl den Mauerfall – dieses für Deutschland und auch für Großbritannien so wichtige Ereignis – „machen“. Das war mir schon am Anfang des Jubiläumjahres klar. Nur war die Frage, wie?
Ich bin es nämlich gewohnt, meine Deutschland-Berichterstattung mit mehr als nur der einen oder anderen Prise Humor zu gestalten. Jede Woche strenge ich mich an, eine überspitzte, pietätlose, oft grenzwertige Theorie aufzubauen, an der wir unsere kompletten informationellen Inhalte aufhängen. Der Ton ist also gründlich satirisch, distant.
Doch fand ich die übliche Herangehensweise hier fehl am Platz. Was auch immer ich mir als skurrile Theorie ausgedacht habe, passte einfach nicht. Denn das Thema, das wir hier angehen, ist keine nette deutsche kulinarische Tradition wie Grünkohl, kein lustiger kultureller Unterschied wie Im-Sitzen-Pinkeln für Männer: Hier geht es um das Schicksal von 80 Millionen Menschen, um Freiheit und Demokratie.
Musik: Xcyril - L’action
5.11.2009 | Link/Einbetten | Kommentare [2] | Versenden | Social Bookmark:
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Kommentare:
Oh Brian! Warum darf der Mauerfall nicht genauso deutsch sein wie Grünkohl oder das Herrengedeck?
Das Witze über den Mauerfall funktionieren hat der Erfolg von "Zonengabys erste Banane" ja gezeigt.
Jetzt nachdem du einmal deinen Stil gebrochen hast, wirst du dich bei jedem weiteren Beitrag fragen müssen, ob es nicht ein ähnlich schicksalträchtiges Thema ist, dass humorlos "gemacht" wird.
Und überhaupt war der erinnerungskulturelle Beitrag mehr "Deutschland aus Sicht eines deutschen Journalisten" als LiD.
Mit einem Wort: "Feigling!"
Kommentar von Fabian, geschrieben am 6.11.2009.
Kann man so sehen. Aber ich unterscheide nach wie vor zwischen Herrengedeck und dem Fall der Berliner Mauer in Puncto Thementrächtigkeit.
So.
Kommentar von Brian Melican, geschrieben am 6.11.2009.







