65: Sonnenbank

In Großbritannien ist die Sonnenbank so etwas wie ein „Unterschichtsphänomen“. Im bescheidenen Viertel, wo ich aufgewachsen bin, sind einige regelmäßig hingegangen. Die Logik war dieselbe, wie die, die hinter den großen Fernsehern und Stereoanlagen steckten: Bloß nicht arm aussehen.

An der Uni war es das genaue Gegenteil. Unter den Röhren waren nur die Reichsten der Reichen: Der Druck, ständig so auszusehen, als ob man letztes Wochenende mal eben nach St. Tropez geflogen wäre, war groß.

Generalisiert unter der breiten Bevölkerung hatte sich das Phänomen aber nicht. Im Gegensatz zu Deutschland: Hier kenne ich viele Menschen, die zur so genannten „Mittelschicht“ gehören, die aber regelmäßig ins Sonnenstudio gehen. Menschen, die einen Beruf gelernt oder ein Fach studiert haben. Menschen, die nicht den Druck spüren, einen Riesenflachbildschirmfernseher zu kaufen, die aber ständig braun bzw (Kürbis-)orange aussehen müssen.

Wo kommt das her? Der Deutsche ist allen Klischees – und meinen Erfahrungen – zufolge sonst oft weniger beschäftigt mit Äußerlichkeiten als Menschen anderer Kulturen.

Musik: Gerador Zero - #!/bin/bash

12.11.2009 | Link/Einbetten | Kommentare [2] | Versenden | Social Bookmark:

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Kommentare:

Hey Brian,

ich war erst gestern wieder unter der
"Hartz IV-Sonne".

Meiner Haut geht es gut- ich mag Leder! wink

Bis die Tage.

LG.

Tom

Kommentar von Tom, geschrieben am 12.11.2009.

Hey Tom! Hartz-IV-Sonne"? Der ist gut...

Meinen Lieblingsbegriff dafür auf Deutsch habe ich neulich durch einen Freund von mir entdeckt: "Asi-Toaster". Politisch inkorrekt und gegen die Sinne dieser Berichterstattung - aber irgendwie lustig.

Kommentar von Brian Melican, geschrieben am 12.11.2009.

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