66: Bundeskegelbahn
Damals an der Uni hatten wir Germanisten eine Vielfalt an Kursen. Es gab viel Literatur, viel Kultur und – vor allem im ersten Jahrgang – viel Grammatik. Dann gab es auch ein Seminar, das so in Richtung „Landeskunde“ ging: Da hat unsere Deutschlektorin versucht, uns die Politik in Deutschland zu erklären.
Es gab viel zu lernen. So viel, dass jeder einzelner in der Gruppe sich sozusagen zur Orientierung an eine bestimmte Information festgeklammert und nicht mehr losgelassen hat. Andy verinnerlichte die Zahl „16“ und versuchte in dem Sommer alle Bundesländer in einer großen Deutschlandtour abzuklappern (an Bremen ist er gescheitert). Eins von den Mädels konnte auf alles nur mit „wäre wohl ein Fall für Karlsruhe“ antworten.
Ich hielt mich am Wort „Bund-“ fest. Wenn immer eine Frage im Seminar mit „Bundesgeld“, „Mehrheit im Bundestag“ oder „Richtlinienkompetenz des Bundes“ zu beantworten war, schoss meine Hand schnurstracks hoch.
Erst Jahre später allerdings, als ich dann in der Tat schon in Deutschland wohnte und mein Bedürfnis nach dem Wort „Bund“ als Orientierungspunkt etwas abgeebbt war, merkte ich, dass ich in einigen Kneipen eine „Bundeskegelbahn“ besichtigen konnte. Eine was? Da entflammte mein Interesse erneut…
Musik: likantropika - UFO clockwork and Cyril Pereira - blacksheep desert
19.11.2009 | Link/Einbetten | Kommentare [2] | Versenden | Social Bookmark:
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Kommentare:
hey danke! war echt interessant.. darueber weiss man meist auch als deutscher nich so viel
(zumindest innerhalb der netzaffinen bevoelkerungsschicht
)
Kommentar von hintze, geschrieben am 24.11.2009.
Hey, stimmt! Net\affine Menschen sind in der Regel nie bei so einem Keglerverein gewesen. Wobei der Herr Fleuth hat mir auch erzaehlt, dass sie staendig nach jungen Nachwuchs suchen... Ran ans Holz!
Kommentar von Brian Melican, geschrieben am 27.11.2009.







